Chaim Grade – Mein Streit mit Hirsch Rasejner. Paris 1948
Im August 1948 begegnen sich zwei Jugendfreunde zufällig in Paris. In den 1920er Jahren studierten sie auf einer Jeschiwa in Bialystok. Der eine verließ die Talmudhochschule 1930, um Schriftsteller zu werden, der andere blieb. Beide überlebten den Krieg unter schwie-rigen Umständen. In Paris sind sie vor die Frage des Weiterlebens ,,danach“ gestellt. Achtzig Millionen Toten und grauenhaften Hand-lungen von Menschen an Menschen scheinen radikales Umdenken zu fordern. Der Schriftsteller kann nicht fassen, dass Hirsch nach der Ermordung von sechs Millionen Juden, unter ihnen eine Million Kin-der, noch fester an Gott glaubt, ja sogar eine Jeschiwa leitet. Hirsch hingegen kann nicht begreifen, dass Chaim, der Schriftsteller, noch immer an die Menschheit glaubt. Ein Streitgespräch entflammt, hart, werbend, bewegend, unerbittlich. Es hat für unsere Gegenwart nichts an Aktualität verloren.
Dr. Susanne Klingenstein präsentiert Autor und Text und lädt ein zum Gespräch.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Fritz Thyssen Stiftung und der Buchhandlung Bittner.
Einlass ab 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anmeldung an: miqua@lvr.de.
