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SUMMARY:Ringvorlesung: "Nie wieder" ist jetzt? Antisemitismus seit dem 7. Oktober
DESCRIPTION:Der antisemitische Terrorangriff auf Israel am 07. Oktober 2023 hat nicht nur einen kaum beschreibbaren Schock in der israelischen Gesellschaft ausgelöst und eine (re)traumatisierende Wirkung entfaltet. Auch für Jüdinnen:Juden weltweit und für jüdische Communities in Deutschland stellen der Angriff und dessen Folgen eine Zäsur dar: Während jüdische Einrichtungen wie Synagogen in Deutschland schon lange durch Polizei und private Sicherheitsdienste geschützt werden müssen\, verweisen der drastische Anstieg antisemitischer Vorfälle und die derzeitige Situation auf eine antisemitische Bedrohungslage neuer Qualität. \n„Nie wieder ist jetzt!“ lautete in den Wochen und Monaten nach dem 07. Oktober auch die Parole für Solidaritätsveranstaltungen mit Jüdinnen:Juden. Doch anders als bei der Anti-AfD Protestwelle Anfang 2024 und den Massenmobilisierungen zu Black Lives Matter im Jahre 2020 blieben Massendemonstrationen oder größere Kundgebungen gegen Antisemitismus und in Solidarität mit Israel aus. Vielmehr waren es erst die israelischen Reaktionen auf den Angriff\, d.h. der Gaza-Krieg und seine schlimmen Folgen mit mittlerweile mehreren zehntausend palästinensischen Todesopfern\, die bundesweit zu anti-israelischen Demonstrationen führten. Bei den Protesten wurde das Massaker des 07. Oktobers oftmals relativiert\, teilweise gar zu einem antikolonialen Widerstandsakt stilisiert\, es wurden antisemitische Parolen skandiert und eine Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Die mangelnde Solidarität und emotionale Kälte\, mit denen Jüdinnen:Juden in Deutschland konfrontiert waren und sind\, wird auch international beklagt. So schrieb die israelisch-französische Soziologin Eva Illouz über einen Bruch mit vielen Strömungen der internationalen politischen Linken: \n„Ein großer Teil der Linken – also die Seite\, die seit zwei Jahrhunderten Gleichheit\, Freiheit und Menschenwürde verteidigt hat – begrüßte entweder die Nachrichten von den Massakern (‚Widerstand gegen einen Besatzer‘)\, oder sie hat sie mit intellektuellen Vernebelungsstrategien abgetan. Die Linke hat terrorisierte Juden in der ganzen Welt und in Israel schamlos im Stich gelassen. (…) Hätte die Linke uns in unserer Trauer nicht wenigstens für einen Moment zur Seite stehen können\, so wie es viele Araber weltweit und in Israel getan haben? Einmal mehr fühlen sich die Juden sehr allein.“ (Illouz\, Eva (2023): Wir\, die Linken? Nicht mehr. In: Süddeutsche Zeitung (27. Oktober 2023). Online unter: https://archive.ph/BGITg)
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SUMMARY:Brüche und Fronten – Der Nahostkrieg und der Antisemitismus in Deutschland
DESCRIPTION:Vor 600 Jahren wurden Juden durch einen Ratsbeschluss aus Köln vertrieben – ein historisches Ereignis\, das als Ausgangspunkt für das diesjährige Forum 321 dient. Der Impulsvortrag greift dieses Thema auf\, während die Podiums-diskussion den aktuellen Nahostkonflikt und dessen Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland in den Mittelpunkt rückt. \nDabei liegt der Fokus besonders auf Kunst\, Kultur und Wissenschaft. Die Debatten führen zu tiefen Spaltungen in der Gesellschaft\, da unterschiedliche Lager Position beziehen. Gleichzeitig kommt der ohnehin schon vorhandene Antisemitismus deutlicher zum Vorschein. \nThemen wie Antisemitismusklauseln im Kulturbereich\, Boykottaufrufe gegen jüdische Institutionen\, die Bewegung „Strike Germany“ und öffentliche Pro-teste gegen die israelische Offensive in Gaza verschärfen die Spaltung in der deutschen Gesellschaft. Diese komplexen Fragestellungen sollen in einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde behandelt werden. \nBEGRÜßUNG \nDr. Marcus Dekiert\, Direktor Wallraf-Richartz-Museum \nGRUßWORT \nBettina Levy\, Vorstand Synagogen-Gemeinde Köln \nEINFÜHRUNG \nProf. Dr. Jürgen Wilhelm\, Vorsitzender Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit \nIMPULSVORTRAG zur Ausweisung von 1424 \nPD Dr. Thomas Otten\, Direktor MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln \nPODIUM BRÜCHE UND FRONTEN – DER NAHOSTKONFLIKT UND DER ANTISEMITISMUS IN DEUTSCHLAND \nProf. Dr. Omri Boehm\, Philosoph \nPD Dr. Navid Kermani\, Schriftsteller und Orientalist \nProf. Dr. Mirjam Wenzel\, Literaturwissenschaftlerin und Direktorin Jüdisches Museum Frankfurt \nModeration: Anja Reinhardt\, DLF \n  \nMUSIKALISCHE UNTERMALUNG: SISTANAGILA \nUmrahmt wird die Veranstaltung von Sistanagila. Das Berliner Ensemble mit israelischen und iranischen Musikern präsentiert eine faszinierende Fusion aus Klezmer\, Klassik\, sephardischer und persischer Musik\, gewürzt mit Percussion-Elementen des Ausnahmekünstlers Udi Shlomo. „Sistan“ heißt eine iranische Provinz\, „Hava Nagila“ ein hebräisches Lied. Zusammen ergibt es „Sistanagila“\, die über die Musik Botschaften des Miteinanders vermitteln\, mit Hilfe von Klängen Brücken bauen zwischen Kulturen\, die sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen\, in Wirklichkeit aber stark miteinander verbunden sind.
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SUMMARY:Sozialdemokraten\, Sozialisten\, Gewerkschafter
DESCRIPTION:Arbeiterbewegung und Widerstand in Köln 1933-1938\nSeit Ende der 2000er Jahre beschäftigte sich das NS-DOK mit der Erforschung von Akteur*innen\, Strukturen und Formen des Widerstands gegen die NS-Diktatur. Das großangelegte Forschungsprojekt nahm sich – trotz lückenhafter Quellenlage – zum Ziel\, unterschiedliche Facetten von Verweigerung und regimekritischem Engagement zu untersuchen: aus sozialistischen und kommunistischen Motiven\, dem kirchlichen Milieu bis zum Widerstand von Zwangsarbeiter*innen. Die entstandenen Beiträge veröffentlicht das NS-DOK in der fünfbändigen Reihe „Widerstand und Verweigerung in Köln 1933-1945“. \nDr. Martin Rüther (ehemals NS-DOK) legt den ersten Band der Reihe vor und präsentiert ihn im Gespräch mit Dr. Stefan Müller (Archiv der sozialen Demokratie).
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SUMMARY:Zum 100. Geburtstag von Esther Bejarano
DESCRIPTION:Am 15. Dezember wäre die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano 100 Jahre alt geworden. Bis zu ihrem Tod 2021 setzte sie sich engagiert für die Erinnerung an die Schoa und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte ein.\nVor allem durch ihre gemeinsamen Auftritte mit der Rapgruppe Microphone Mafia erreichte sie damit auch jüngere Generationen.\nIm Gespräch und mit musikalischen Beiträgen erinnern ihr Sohn Noram Bejarano\, Claudia Wörmann-Adam und Kutlu Yurtseven (Microphone Mafia) an das Wirken Esther Bejaranos.
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SUMMARY:Giesberts-Lewin-Preis an Eva Weissweiler
DESCRIPTION:Dr. Eva Weissweiler\, 1951 in Mönchengladbach geboren\, studierte Germanistik\, Orientalistik und Musikwissenschaften in Bonn. Nach dem Studium arbeitete sie als Rundfunkredakteurin\, Schriftstellerin und Journalistin. Weissweiler\, die als Pionierin der Frauenmusikforschung gilt\, widmete sich in den letzten Jahren verstärkt deutsch-jüdischen Frauenbiographien wie etwa den Lebensgeschichten von Fanny Mendelssohn\, Tussy Marx\, oder zuletzt Lisa Fittko. Ihre „Biographie einer Fluchthelferin” ist kürzlich im Verlag Hoffmann und Campe erschienen. Weitere Schwerpunkte sind die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der Musikwissenschaft sowie die Literatur von migrantischen Menschen in Deutschland. Als Angehörige der Nach-kriegsgeneration fühlt sie sich besonders verpflichtet\, sich der Wiederentdeckung von Frauen zu widmen\, die als Jüdinnen\, Künstlerinnen oder Antifaschistinnen doppelt und dreifach zu leiden hatten. Für dieses hervorragende Engagement wird ihr der Giesberts-Lewin-Preis verliehen. \nLaudatio \nProf. Dr. Jürgen Wilhelm\nVorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. \nDanksagung \nDr. Eva Weissweiler \nMusikalischer Beitrag \nPianistin Aude St-Pierre \nDie Pianistin wird Stücke von Fanny und Felix Mendelssohn-Bartholdy spielen. \n  \nANMELDUNG ZUR PREISVERLEIHUNG \nBitte melden Sie sich bis zum 10. Dezember 2024 telefonisch oder per E-Mail an:\nanmeldung@koelnische-gesellschaft.de \nStichwort: Giesberts-Lewin-Preis
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